
Im Juni 2025 hat Daniel Balzert, Gründer und bisheriger Leiter der Selbsthilfe Nierenkrebs Saar, die Gruppenleitung an seinen Stellvertreter Martin G. Müller übergeben. Daniel hatte die Gruppe im April 2022 aus eigener Betroffenheit ins Leben gerufen und sie mit viel Herz, Engagement und Offenheit aufgebaut. Unter seiner Leitung entstanden regelmäßige Online-Meetings und Treffen in Saarbrücken – Orte, an denen Betroffene sich austauschen, Mut schöpfen und neue Lebensqualität finden konnten. Fachleute aus Psychologie, Ernährung, Onkologie und Palliativversorgung bereicherten die Gespräche immer wieder mit wertvollen Impulsen. Für all das – und für seinen unermüdlichen Einsatz, die Gruppe lebendig und menschlich zu gestalten – gilt Daniel unser aufrichtiger Dank und große Anerkennung. Sein Nachfolger Martin G. Müller ist in der Selbsthilfearbeit kein Unbekannter. Seit über 40 Jahren engagiert er sich für chronisch Nierenkranke, unter anderem als Betreiber der Seite Spektrum Dialyse, Mitgründer mehrerer Selbsthilfeinitiativen und Träger des Bundesverdienstkreuzes für sein Engagement auch für die Organspendeaufklärung. Er möchte die von Daniel geschaffene Gemeinschaft in seinem Sinne weiterführen: „Warum etwas verändern, was gut funktioniert und Menschen verbindet? Daniel hat gezeigt, wie wertvoll echter Austausch sein kann – das möchte ich fortsetzen.“ Martin dankt Daniel für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die auch künftig bestehen bleibt, und wünscht ihm viel Kraft und Lebensqualität für die kommende Zeit.
Ein besonderer Moment in diesem Jahr war unser letztes Gruppentreffen der „Selbsthilfe Nierenkrebs Saar“ im Dezember, bei dem uns Frau Heike Scherer vom SAPV Care Team einen tiefen und zugleich beruhigenden Einblick in die spezialisierte ambulante Palliativversorgung gab. Viele von uns hatten ein klares Bild im Kopf: SAPV kommt erst, wenn „das letzte Stündlein geschlagen hat“. Doch dieser Abend hat dieses Bild grundlegend verändert.
Frau Scherer erklärte eindrucksvoll, dass SAPV viel früher ansetzt – nämlich dann, wenn Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot, Erschöpfung oder Ängste unseren Alltag belasten. Sie zeigte, wie SAPV Patienten und Angehörige entlastet, wie eng mit Haus- und Fachärzten zusammengearbeitet wird und wie wichtig es ist, in schwierigen Phasen ein stabiles, verlässliches Netz um sich zu haben. Besonders beeindruckend war die Botschaft: Zuhause bleiben, solange es möglich ist – mit guter Versorgung, klaren Ansprechpartnern und echter Unterstützung rund um die Uhr.
Auch wurde deutlich, dass SAPV nicht nur medizinische, sondern auch psychosoziale Begleitung leistet. Gerade für Menschen ohne familiären Rückhalt ist das ein wertvoller Schutz und eine große Entlastung.
Dieser Vortrag hat vielen von uns die Angst genommen und neue Sicherheit gegeben – für uns selbst und für unsere Angehörigen.
Inmitten der Turbulenzen rund um die SHG-Klinik Völklingen blieb eine Perspektive bislang weitgehend ungehört: die der Patientinnen und Patienten. Als chronisch kranker Mensch und langjähriger Selbsthilfevertreter habe wir die Entwicklungen rund um das Krankenhaus, den Ärzte-Exodus und das zunehmende Misstrauen vieler Betroffener über ein Jahr lang aufmerksam verfolgt.
Die Berichte über den Umgang mit Ärztinnen und Ärzten, über Kündigungswellen und einen Brandbrief von Assistenzärzten werfen Fragen auf – insbesondere für jene, die medizinische Sicherheit und Vertrauen am dringendsten brauchen.
Deshalb haben wir einen Kommentar verfasst, der die Situation aus Patientensicht beleuchtet – ehrlich, kritisch, aber mit dem Ziel, dass es wieder vorangeht: Für die Patienten. Für die Versorgung. Für das Vertrauen.
